Endlich Ubernaut!

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(alle Rechte bei Uberspace)

Am Wochenende bin ich mit fxneumann.de komplett auf Uberspace.de umgezogen, nachdem dort bisher nur ein paar selbstgehostete Sachen für den Eigenbedarf waren. (Mittlerweile müßte sich der DNS-Eintrag rumgesprochen haben und damit wieder alles erreichbar sein.) Uberspace ist ein großartiger Host-Provider: Es geht so gut wie alles, solange 10 GB Speicher und 100 GB Traffic im Monat reichen, zum selbst festgelegten Preis ab 1 Euro pro Monat und Uberspace. Der Umzug selbst ist eine kleine und uninteressante Meldung in eigener Sache. Darüber hinaus finde ich das Konzept von Uberspace interessant, weil es Web-Hosting mit einem sehr zeitgemäßen und klugen Ansatz betreibt: Hervorragende Kommunikation und angemessener Umgang mit Knappheit.

Der Grund für meinen Wechsel weg vom alten Provider war hauptsächlich die Kommunikation; gelegentlich kam es zu Ausfällen, ständig mußte ich den Informationen hinterher rennen. Kein Blog, kein Twitter, nicht einmal eine News-Seite auf der Homepage. Gelegentlich nicht erreichbar zu sein, ist in meinem Preissegment ok und muß toleriert werden – aber ich will wissen, was los ist. Das macht Uberspace richtig: Auf Twitter werden Downzeiten wegen Wartung oder unvorhergesehen Ereignissen angekündigt; auf Anfragen per Mail oder Twitter kommt innerhalb kurzer Zeit eine Antwort, und das noch dazu mit sichtlicher Begeisterung für die Sache und echtem Interesse, das Problem zu lösen – weit über das hinaus, was Kundendienst leisten müßte. Bei den Supportkanälen anderer Anbieter komme ich mir oft wie ein lästiger Bittsteller vor, hier werde ich ernst genommen auch bei aus Unwissenheit dummen Fragen (kaum eine Support-Anfrage, aus deren Antwort ich nicht noch etwas neues gelernt hätte), und es gibt eine hervorragende Dokumentation im Dokuwiki.

Mein alter Provider hatte schon einen einigermaßen guten Leistungsumfang mit beliebig vielen Subdomains und Datenbanken (schon das bei weitem nicht Standard), aber darüber hinaus war alles zu bezahlen – jedes eingebundene SSL-Zertifikat, zusätzliche E-Mail-Postfächer, Cronjobs … Das fühlt sich falsch und unnötig bürokratisch an: Die Server stehen da, die Dienste sind eh installiert: Nichts von den Dingen, die üblicherweise dazubuchbar sind, ist wirklich knapp. Knapp (im Sinne von »mehr kostet mehr«) ist vor allem Webspace und Traffic, für alles andere gehen die Grenzkosten gegen null, die tatsächlich entstehenden Kosten dürften über erhöhten Traffic abgebildet werden. Uberspace spart sich Feature-Bürokratie komplett. Alle Dienste sind für alle da, alle kaufen denselben Umfang an Leistungen, der so groß ist, daß alle Bedarfe unterhalb eines vollwertigen V-Servers damit erschlagen sein dürften. Knapp ist das, was tatsächlich knapp ist: 10 GB Speicher und 100 GB Traffic sind drin, der Speicher als feste Grenze, der Traffic mit der Option, mehr nach Bedarf im Einzelfall zuzukaufen. Dabei ist es möglich, beliebig viele Uberspaces mit je eigenem Traffic- und Speicherkontingent anzulegen, alle pay what you want ab 1 Euro – ich mache das, um das Blog zu trennen von meinen experimentelleren selbstgehosteten Diensten.

Hervorragende Kommunikation und angemessener Umgang mit Knappheit – bisher bin ich sehr zufrieden mit dieser Kombination, und anscheinend funktioniert auch das Geschäftsmodell. Hoffentlich noch lange!

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2 Gedanken zu „Endlich Ubernaut!“

  1. Dem kann man nur zustimmen.

    Ich bin (im echten Leben) auch Ubernaut ;-). Der Claim „ab 1 Euro“ ist zwar gut und zutreffend, aber die Betonung liegt ja auf „selbstgewählter Preis“. Ich zahle da einen, den ich bei vergleichbaren Umfängen auf dem Markt beobachten kann. Denn wie du schon richtig betonst: Der entscheidende Punkt ist nicht der Preis, sondern dass man als Kunde dort ernst genommen wird. Keine Paketspielchen, keine Preisdifferenziererei aus dem Marketing-Lehrbuch, keine Upselling-Versuche. Und dazu noch eine Sprache, die man als etwas netz- oder gar linuxaffiner Typ sehr gut versteht.

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