Vive le Roi!

Eigentlich bin ich ja überzeugter Gegner der Monarchie und begeisterter liberaler Republikaner.

Eigentlich.

Aber wenn ich an den deutschen Bundespräsidenten denke, könnte ich Monarchist werden: Die Briten, die Japaner und wer weiß wie viele hoffnungslos romantisch-monarchistische Völker halten sich zwar noch Monarchen, die haben aber nichts zu sagen und nur zu repräsentieren. Abgedankt wird nicht, und wenn mal einer stirbt, hat man im königlichen Stammbaum gleich vermerkt, wer nach wie vielen Toten neuer Winkaugust wird.

Das ist zwar teuer, aber wenigstens ehrlich.

Bei uns dagegen wird über die Würde des Amtes lamentiert, und am Ende wird der gewählt, der von der Mehrheitsfraktion in der Bundesversammlung aufgestellt wird. Nennt man dann Staatsoberhaupt, hat ein Schloß, und fünf Jahre später geht das ganze Elend von vorne los. Teuer ist er (und eben nicht sie, denn Frauen werden ohnehin nur dann aufgestellt, wenn sie nicht gewählt werden), hat dafür aber nicht das adelige Flair von Jahrhunderten Inzucht und Intrige.

Ich glaube mittlerweile, daß dieses Prozedere unsere Demokratie weit mehr beschädigt, als das ein König tun würde: Wie einfach ist es, am Stammtisch über die da oben zu schimpfen, die nichts arbeiten, dafür aber einen Haufen Geld bekommen. Und das schlimme ist: Beim Bundespräsidenten ist es so.

Die Lösung ist also keineswegs, das Volk über sein Oberhaupt abstimmen zu lassen, sondern ganz radikal: abschaffen. Und als Staatsoberhaupt fungiert dann der Parlamentspräsident – das stünde einer Demokratie an – und nicht alimentierte Altersheimplätze für Eldest Statesmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme der Speicherung zu