Target marketing

Ich bin ein Apologet der Bahn. Wohlgemerkt: des Verkehrsmittels Bahn, nicht der Die Bahn. Daher lese ich öfter die im Zug ausliegenden wohlfeilen Magazine. Dieser Tage Mensch & Büro. Für diejenigen, die diese Publikation nicht kennen (ich verschrieb zunächst freudsch »nicht können«; gerade in diesem speziellen Fall ist aber »kennen« zweifelsfrei das Kausativum zu »nicht können«): der zeitschriftgewordene Geist neureicher Architekturphantasie, mit Rubriken wie »■RAUM Licht« [sic!] und dem Untertitel »Das Trendmagazin für den Lebensraum Büro«.

Nun sollte man denken, daß – nach zur Zeit vielbemühten Studien – die Schnittmenge aus der Zielgruppe eines solchen Machwerkes und Bahnfahrern überproportional viele Sympathisanten der Grünen (neuerdings auch Partei der besserverdienenden metrosexuellen Bürger) enthält.

Hand aufs Herz: sollte, lieber Chefredakteur mit der Sigel klü, man es dann nicht in Glossen (übrigens zur zwar zugegeben albernen, aber durchaus verständlichen Forderung, den Mehrwertsteuersatz für Currywurst zu heben) vermeiden, von grünen Grünkernbeißern und Sauerkrautsaft-Fans zu schreiben?

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