Klassengesellschaft

Zu den interessantesten Gebieten der Soziologie gehört meines Erachtens die Richtung, die sich mit der Etikette auf dem Dorfe beschäftigt, insbesondere der feinziserlierten Theorie der Anrede.

Diese Woche wurde in unserem Pfarrblatt den Firmkatecheten gedankt. Dabei gibt es anscheinend drei Klassen:

  1. Personen sui iuris, die das Privileg haben, Frau oder Herr N.N. zu sein.
  2. Personen sui iuris partialiter, die zwar (noch) nicht das Epitheton ornans »Frau« oder »Mann« haben, dafür einen Vornamen.
  3. Personen sine iure, die nur als Anhängsel ihrer Eltern vorkommen: Frau N.N. und Tochter N.

(Meine Schwester ist zum Beispiel Klasse 2, und dann gibt es noch den interessanten Fall einer Dame, die per Klasse 1 angesprochen wird, deren Tochter per Klasse 3 erwähnt wird, deren Sohn es jedoch immerhin zu Klasse 2 gebracht hat.)

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