Neuroreduktionismus

Winfried Hassemer in der FAZ über den Kategorienfehler, Strafrecht und (Neuro-)Biologie zu vermischen:

Der Kategorienfehler in den Neurowissenschaften besteht in der Annahme, empirisch arbeitende Wissenschaften könnten wissenschaftlich darüber befinden, ob andere Wissenschaften ein Konzept von Freiheit entwickeln dürfen oder nicht, also: ob es Freiheit „gibt“ oder nicht. Eine solche Annahme setzt eine Hegemonie unter Wissenschaften zwingend voraus, und diese Hegemonie gibt es nicht. Es gibt auch kein allgemeines Konzept von Freiheit, das über allen Wissenschaften schwebt, und es gibt schon gar keine Verfügungsmacht der empirischen Wissenschaften, gäbe es ein solches Konzept.

Ein schönes Plädoyer gegen einen normativen Reduktionismus, der glaubt, alles mit Methoden der Naturwissenschaft erklären zu können und so den naturalistischen Fehlschluß zur handlungsleitenden Maxime macht. (Und das ganze dann auch weder ontologisch noch erkenntnistheoretisch argumentierend, sondern aus dem Werkzeugkasten des Strafrechts heraus. Chapeau!) (via weissgarnix)

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2 Gedanken zu „Neuroreduktionismus“

    1. Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

      (Die Ursache: da war da ein Anführungszeichen nach dem »href=« zuviel.)

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