Ethisch einkaufen

Mündiger Kunde sein ist gar nicht so einfach, wenn man den Discounter direkt vor der Haustür hat (und dann auch noch keiner von den bösen, sondern Treff). Manchmal klappt es aber doch. Zum Beispiel heute. Meine gute Aktentasche zeigt Verfallserscheinungen (was sie, war sie doch vorher lange Jahre meines Vaters gute Aktentasche, auch darf). Kaum etwas schöneres als eine Schuhmacherwerkstatt: Der knorrige Meister am Leisten, der Geruch, der Service (karg, aber gut: »Hm. — Ja. — Bis Montag.«). Danach der hiesige Schreibwarenladen: Nichts mit Selbstbedienung, dafür erfreulich selbstlose Beratung (»Nehmen Sie doch lieber die günstigeren Ordner anstelle der Leitzordner. Die sind billiger und halten genauso gut.«) – der Spaß kostet dann zwar das doppelte, aber dafür gern.

Ganz anders dagegen die Welt der modernen Technik, wo man nicht einfach einen Lederflicken vernäht und eine neue Niete reinmacht: Meinen Drucker habe ich vor Jahren gekauft, und das schlagende Argument war, daß man Toner und Trommel getrennt austauschen kann. Nun ist es soweit: Trommel kaputt, Modell lange nicht mehr erhältlich. Trommel bei eBay: 80 Euro. Eben jener Drucker refurbished bei eBay: 50 Euro. Welt – wohin?

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