»Vulgarität widert mich an, und du widerst mich an!« (aus Milan Kundera, »Die Langsamkeit«)
Kategorie: Leben
I will not buy this record, it is scratched
Ich lese jetzt alt.usage.german. Es lohnt sich:
Also, how do we say „Go fuck yourself bitch“ in german. The exact wording isnt important, just the harshness and sense of dislike do I want to convey.
Its mostly for the ladies in the supermarket that hate foreigners and pretend not to understand. Just now I said „Ein stück himbeerschnitte bitte“ And I had to say himbeerschnitte about 5 times, I said it perfectly but the bitches had to give me hassle and then whisper to each other some degrading anti-foreigner comments. It happens every day.
»Volksempfänger«
Heute wünschte im »Badenradio« eine Familie ihrem Opa alles Gute zum 62. Geburtstag. Und dann noch ein schönes Geburtstagsständchen. »Time to say goodbye« sollte es sein.
Hallo!
Nett gemeint, aber vor dem sozialverträglichen Frühableben soll der werte Herr doch bitte noch drei Jahre in die Rentenkasse einzahlen. Sozialschmarotzer, elendige. Die drei Jahre wird man den »lieben Opa, der das Wort nein nie kennt« (aha, promisk sind wir auch noch) wohl noch ertragen können, zum Wohle des deutschen Sozialsystems.
»Heckspoiler«
Eben im Weltspiegel eine junge — us-amerikanische, honi soit … — Dame: »Mein Mann und ich haben gerade darüber geredet, was das für ein Gefühl wäre, wenn hier ein Flugzeug einschlagen würde, was einem da durch den Kopf geht.«
Ja was wohl!
»Ipsoinzensierung«
Was ich heute in meinen Mails für gelungen hielt:
umso dring- und drängender und nichts, nada, da ja Barbara (ah! Assonanz!).
»Frag den Experten«
»Sehr geehrter Herr Schmitt, mit welchem Schaden hat man zu rechnen, wenn ein U-Boot aus drei Metern Höhe auf einen mit fünf Personen besetzten Mittagstisch fällt?«
»Neulich beim Stadt-Land-Fluß«
Fluß mit »D«?
Dresden
OK, das war gelogen, ich hab’s mir ausgedacht und das letzte Mal Stadt-Land-Fluß ist auch schon fast ein viertel Jahr her. Aber lustig wäre es doch gewesen.
»Bizarre Dialoge«
Der Satzungsarbeitskreis unserer SMV hat sich endlich kostituierend getroffen, und neben der Einrichtung des Status »Graue Eminenz« wurde auch einiges andere an Pöstchen diskutiert:
Lucia: »Ich bin der Kommunismus!«
Ich: »Dann bin ich der dialektische Materialismus.«
Lucia: »Nein, Du bist die Synekdoche.«
Damit hätten wir auch das zufriedenstellend geklärt.
»Documenta11«
Ich war also auf der Documenta11. (Ohne Zwischenraum; man beachte die von dem Typosophen Ecke Bonk gestaltete Wortmarke!) Zur Vorbereitung habe ich wenig getan, wenn man vom Durcharbeiten von zwei Dritteln des Kurzführers absieht, im Nachhinein dann habe ich doch einiges noch mal nachgelesen. Zum Beispiel über Ecke Bonk. Ecke Bonk ist Typosoph. Ecke Bonk hat die Beschriftung der Space-Shuttles designt.
Ecke Bonk hat die Wortmarke Documenta11 gestaltet (sic!).
Wiederhole ich mich?
Das schönste Erlebnis: bei der Installation von Yona Friedman war ein Teil auf den Boden gefallen. Friedman arbeitet mit Kunststoff, das Exponat schien mir hinreichend unkaputtbar, die Anordnung auf den Tischen (Plexiglasscheiben auf Steinen) schien mir hinreichend aleatorisch. Auf die Frage an die werte Wärterin dann, ob das nicht besser wieder zurück auf den Sockel solle, die Antwort: man wart auf den Restaurator.
Ich bin ja ein großer Freund von dekadenter Bohème. Aber hätte man nicht einfach das Ding wieder hinstellen können?
Ansonsten auch eine positive Bilanz: ich bin nun stolzer Besitzer zweier DDR-Miniatur-Kunstdruck-Bände, einmal zum 60sten Jahrestag der Oktoberrevolution, einmal zum 40sten Tag des Friedens, jeweils mit einem einführenden Artikel in staatstragendem Pathos und ansonsten Plakaten zum Thema, die seltsamerweise auch nicht mal handflächengroß wirken.
»Zu bedenken.«
Heute habe ich einige wichtige Dinge gelernt: Neben Sckell und Lenné sollte man auch von Pückler-Muskau kennen, überhöhte Geschwindigkeit bei Regen in einem Kreisel kann zu Aquaplaning führen und gasgefüllte Ballons können bis Kroatien fliegen.