Gender Mainstreaming

Ich habe einen Studienteil mit der Referentin für Geschlechtergerechtigkeit unseres Bundesverbandes zum Thema Gender Mainstreaming besucht, und das erste Mal habe ich den Eindruck, daß das Konzept sogar etwas taugen könnte, sogar diesen elenden Schwanz-ab-Feminismus der 70er abschaffen könnte. Das Problem ist nur, daß sich alle Leute »Gender Mainstreaming« auf die Fahnen schreiben und trotzdem genau die Arbeit machen, die sie vorher schon gemacht haben und sie das nun eben nicht mehr Frauen- und Männerarbeit (oder gar -förderung) nennen, sondern eben GM.

Der Ansatz, sich explizit überall anzuschauen (und eben nicht nur in speziellen Männer- und Frauen-Biotopen), wie Geschlechtergerechtigkeit verwirklicht wird und dabei zu versuchen zu verstehen, woran es liegt und ob und wie man eine Verbesserung der Situation erreichen kann (und ob das überhaupt notwendig ist), ist aber leider viel zu vernünftig und zu undogmatisch, um je eine Chance in Gremien zu bekommen, in denen bisher schon die Bereitschaft besteht, Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen – und in anderen sowieso nicht. (Andererseits: Gerade eine Kanzlerin Merkel wäre die ideale Person, um in ihrem Kabinett mal wirklich was zu bewegen. So wie Reformen der Sozialsysteme von der Linken kommen müßte, weil die Rechte sie nie durchsetzen könnte, müßten Initiativen zur Liberalisierung der Gesellschaft von der bürgerlichen Rechten kommen.)

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2 Gedanken zu „Gender Mainstreaming“

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