Digital divide beim Bilderarchivieren

KjG 1987: Mit Soldaten über Kriegsdienstverweigerung diskutieren.
KjG 1987: Mit Soldaten über Kriegsdienstverweigerung diskutieren. Rechte: KjG-Diözesanverband Freiburg

Dieses Wochenende trifft sich der Förderverein der KjG Freiburg, um das Bilder-Archiv einzuscannen: Bilder und Dias von 1984 bis zur Durchsetzung der Digitalkamera, allesamt bestenfalls nach Film und Veranstaltung sortiert, viele Doppelte und einiges Unscharfes.

Die Teilnehmer sind alle zwischen Ende 20 und Ende 30, hälftig eher pädagogisch orientiert, hälftig IT-affin.

Der Digital divide schlägt voll zu: Die Pädagogen wollen Bilder aussortieren nach Motiv, Relevanz und Qualität, alles sauber in Kategorien sortieren. Wenn man das nämlich nicht machen würde, würde die Datenbank furchtbar unübersichtlich und unbenutzbar, und überhaupt, wer braucht schon zwanzig Bilder vom selben Kirchturm?

Die nicht unbedingt vom Lebensalter, aber vom Hintergrund her Digital natives gehen das völlig entspannt an: Alle Bilder einscannen, erstmal völlig inhaltsblind, zwar noch nach Veranstaltung sortiert, aber gerne auch Dubletten und scheinbar Unnötiges: Speicherplatz kostet ja nichts mehr, die verwendete Software kann Tagging, also alles kein Problem. Wer weiß, ob wir die Bilderserie mit der Makramee-Eule aus den 80ern nicht nochmal brauchen?

Ein völlig unterschiedlicher Zugang zu Wissen: Hier ein genuin moderner – alles hat seine Ordnung, Relevanzkriterien sind rational zu konstruieren. Dort ein postmoderner: Relevanz wird allein durch Kontext erzeugt.

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