Zivildienst bildet, Teil 2

Halbwegs pünktlich zur neuen Soldstufe wieder meine Leseliste.

Erasmus von Rotterdam, »Lob der Torheit«; Kate Atkinson, »Nicht das Ende der Welt«; Jamie O’Neill, »Im Meer, zwei Jungen«; Per Højholt, »Auricula«; Marie-Luise Scherer, »Der Akkordeonspieler«; Bert Brecht, »Leben des Galilei«, »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, »Die heilige Johanna der Schlachthöfe«, »Schweyk im zweiten Weltkrieg«, »Die Gewehre der Frau Carrar«, »Furcht und Elend des Dritten Reiches«; Heinrich Böll, Romane und Erzählungen 1947–1951; Walter und Inge Jens, »Frau Thomas Mann«; Thomas Mann, »Joseph und seine Brüder«; Michael Graff, »Glauben ohne Fremdwörter«; Heiner Geißler, »Was würde Jesus heute sagen?«; Karl Popper, »Die offene Gesellschaft und ihre Feinde«, Søren Kierkegaard, »Geheime Papiere«

Im Frauenbuchladen war ich immer noch nicht.

Kino und Kanon

Gestern abend nach dem sehr zu empfehlenden Film »Lost in Translation« ging’s, wie so oft, noch ins ebenfalls sehr zu empfehlende »Königin von Saba«, um die aktuelle Bildungsmisere zu bejammern. Thema unter anderem: Welche drei Texte sollte jeder gelesen haben? Meine Antwort:

  1. Epikur, »Brief an Menoikeus«
  2. Immanuel Kant, »Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?«
  3. Heinrich Böll, »Brief an einen jungen Katholiken«

Die Schauburg hat übrigens die verdienstvolle Einrichtung der »14-Tickets-Regel«, die nicht nur ab und an zu einer Freikarte führt, sondern durchaus auch der Gedächtnisstütze über das vergangene (Kino-)Jahr dient:

Die Unbarmherzigen Schwestern, Casablanca, Good Bye, Lenin, Berlin Babylon, Frida, Metropolis, La Strada, City of God, Lichter, Das Gesetz der Begierde, Herr Lehmann, Sonnenallee, Kill Bill Vol. 1, Dogville, Die Träumer, Lost in Translation, Kalendergirls.

Was ich in der Kinemathek, dem Cinema Quadrat und anderen Kinos gesehen habe, läßt sich nicht so einfach rekonstruieren:

Matrix I, Matrix II, Herr der Ringe I–III, Seom, Ich kenn’ keinen, Best of shorts (Lesbisch-Schwule Filmtage Karlsruhe), Findet Nemo, Das Fliegende Klassenzimmer, Ten.

Habemus Britannicam!

»Ich besitze das Buch der Bücher,« sagte er eindringlich und ekel heil. »Die Encyclopaedia Britannica?!« rief ich falsch und künstlichneidisch: »Donnerwetter!« – Arno Schmidt

Übrigens gleich beim ersten Blättern einen Fehler gefunden: Arno Schmidt wird wieder einmal sein vorgebliches Studium abgenommen. (Aber meine Ausgabe ist auch von 1989 – wer weiß, was sich in aktuelleren Auflagen getan hat.)

Leseliste

Zivildienst bildet. Zumindest, wenn man nichts zu tun hat. Bilanz bisher:

Robert Burton, »Anatomie der Schwermut«; Martin Gilbert, »Liebe Tante Fori«; Antal Szerb, »Reise im Mondlicht«; Jean-Pierre Luminet, »Alexandria 642«; Ljudmila Ulitzkaja, »Die Lügen der Frauen«; Heinrich Böll, »Gruppenbild mit Dame«, Heinrich Böll, »Ansichten eines Clowns«, Philipp Blom, »Sammelwunder, Sammelwahn«; Sven Regener, »Herr Lehmann«; Arno Schmidt, Zürcher Kassette, Band 6 ; Cord Riechelmann, »Bestiarium«; Heinrich Böll, »Gruppenbild mit Dame«; Thomas Mann, »Lotte in Weimar«; Thomas Mann, »Tonio Kröger«, »Mario und der Zauberer«; Dietmar Dath, »Höhenrausch«; Heinrich Böll, »Ansichten eines Clowns«; Karl Kleinschmidt, »Keine Angst vor guten Sitten«; Asfa-Wossen Asserate, »Manieren«; Ernst Augustin, »Die Schule der Nackten«; diverse, »Reformation und Humanismus im Kraichgau«; Jan Tschichold, »Die neue Typographie«; O. A. W. Dilke, »Mathematik, Maße und Gewichte in der Antike«

Nun stellt sich mir immer noch die bange Frage, was ich nun im Frauenbuchladen Xanthippe kaufen soll (obgleich mir manche mit kaum verhohlenem Overstatement das größte Gehirn der Welt nachsagen, fand ich bisher die Antwort nicht).

Wenigstens die Weihnachtsgeschenke sind dank Gadgets for God gesichert.

Ich weiß, wo man's kriegen kann!

Bei uns in der BM arbeitet ehrenamtlich eine Mitarbeiterin des Frauenbüros der Uni Mannheim, so daß wir immer gut versorgt sind mit der verdienstvollen Postille »Femme totale«. In langen Nachtschichten löst man darin durchaus auch das Preisrätsel und nimmt sogar teil – Ergebnis: Sie haben einen Büchergutschein in Höhe von 20,– Euro gewonnen. Die Mail schließt mit den Worten Bitte teile Sie mir mit, wie Sie es gerne hätten. Wäre ich erstens nicht emanzipiert und zweitens nicht gebunden & monogam, würde ich sagen: Millemillemillemille.