Heilge Kunst … ein katholisch Kreuz zu schlagen

Mit catholicismwow teile ich zwar nicht unbedingt den Grad der Orthodoxie, dafür aber zumindest ein Kreuz: Sommerlagerkinder. Zumindest im katholischen Kontext könnte der vom Bistum Limburg herausgegebene Kirchenknigge helfen. Daß man als Katholik mit »Grüß Gott« zu grüßen habe, glaube ich zwar nicht und werde solch bajuwarisches Kulturgut sicher nicht übernehmen – »mir Kerrlocher saare Jou!« (Spraddlsänger) –, ansonsten werde ich den Text sicher noch häufiger kopieren und verteilen. Das nächste Mal beim Gruppenleitergrundkurs.

Volksfrömmigkeit

Im Lager. Wir waren morgens in der Kirche – und seither liebt uns unser Hauswart. Klar: Auch wenn wir zwanzig Kinder und Leute mit seltsamen Frisuren und Städter sind – daß wir im Sonntagsgottesdienst waren, adelt uns ungemein. Nachmittags dann: Bibelarbeit. Schöpfungsgeschichte. Der notorisch neugierige Hauswart schleicht auf der Wiese herum und bricht mit unserem mitgebrachten Theologen Diskussionen vom Zaun: Er glaube ja nicht, was da in der Schöpfungsgeschichte steht, und die Kirche behaupte immer noch, daß das stimme und daß die Erde eine Scheibe sei und allerhand hanebüchenen Volksglauben mehr. Aber: Nur wer sonntags in die Kirche geht, ist ein guter Mensch.

Traumberufung

Seit heute bin ich stolzer Besitzer eines Personalschematismus der Erzdiözese Freiburg von 1938. Damals gab es für Priester noch wirklich gute Stellungen! [Anm. d. Lektors: Missions-Kalauer gestrichen] Zum Beispiel die des Erzb. Geistl. Rates und Caritasdirektors Walter Baumeister: Er fungiert als »Leiter der Asozialen- und Trinkerfürsorge«. Ungerecht: Ich mache quasi im selben Geschäft, darf mich aber nichtmal Obergefreiter nennen.

Emanzipation bizarr.

Mit unserer Bundesebene haben wir Freiburger schon so manchen Strauß ausgefochten. Auch die diesjährige Bundeskonferenz war spannend: Neben einem inoffiziellen Studienteil zum Thema Heterogetucke (ausgerichtet von der neu gegründeten Kooperation Fulda–Freiburg) wurde auch geschlechtergetrenntes Fußballspielen in Vierteln beschlossen. Ein alberner Unsinn, der mich zu einer persönlichen Erklärung motivierte:

Die KjG ist ein Verband, in dem die Geschlechtergerechtigkeit in weiten Teilen in vorbildlicher Weise verwirklicht ist. Unsere Strukturen und unsere Traditionen ermöglichen die Partizipation aller Geschlechter. Nun haben wir ein sogenanntes »Gender-Mainstreaming-Leitbild« verabschiedet, das nichts neues sagen muß, weil wir bereits jetzt mehr verwirklicht haben, als gesamtgesellschaftlicher Stand ist. Die KjG ist in bezug auf die Geschlechtergerechtigkeit unbedingt ein Vorbild.

Dennoch verweigert sich unser Verband der Auseinandersetzung mit dem Konzept »Gender« als soziales Geschlecht – in den geschlechtergetrennten Konferenzen, aber auch im Antrag »KönigIn Fußball« wird bloßes »sex mainstreaming«, also die völlige Fokussierung auf das biologische Geschlecht, betrieben.

Kritik an den bestehenden, allein das biologische Geschlecht betonenden, Strukturen wird abqualifiziert, die soziologische Theorie eines sozialen Geschlechts tauchte und taucht zu keiner Zeit auf.

Die Behauptung, die Methode »Gender Mainstreaming« werde in der KjG angewandt, ist schlicht und ergreifend falsch. Wenn wir unsere eigenen Beschlüsse ernstnehmen, müssen wir weg von der reinen Betrachtung des biologischen Geschlechts hin zu einer ernsthaften Beschäftigung mit dem sozialen Geschlecht.

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Ein Gebet um Humor kann sich in der Öffentlichkeit der Kirche augenscheinlich nur halten auf die Fürsprache eines großen Heiligen hin. Es ist aber sicherlich auch bezeichnend, daß sich ein solches Gebet gerade unter den Schutz dieses Heiligen gestellt hat. Er dürfte es mit Humor tragen.
(Quelle)

Meine Recherchen zum Thomas Morus zugeschriebenen Gebet »Um Humor« sind abgeschlossen:
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Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi

Heute habe ich interessanten Spam bekommen: unter dem Titel The book that inspired Mel Gibson to film „The Passion of the Christ“ wurde Werbung gemacht für – richtig: The Dolorous Passion of Our Lord Jesus Christ von Anne Catherine Emmerich.

Der Film mag die Passionsgeschichte auf einen blutigen Fleischklops namens Jesus (taz) verkürzen, aber immerhin führt er so über Umwege nicht nur zum Evangelium, sondern auch zu Clemens Brentano – und das ist ja schon mal was wert. (Auch wenn die Romantiker und deutschen Idealisten politisch wie philosophisch sehr zweifelhaft waren – Stil hatten sie.)

Interessant finde ich auch die Reaktion der konservativen katholischen Blogszene (exemplarisch sei Credo ut intelligam genannt), die ansonsten wortreich jeden Linksabweichler von der Una sancta geißelt, für Mel Gibson aber fast nur Lob übrig hat, und das obwohl seine »Holy Family« das Zweite Vaticanum nicht anerkennt, dafür von der zuständigen Bischofskonferenz nicht anerkannt wird und von Theologen durchaus schon mal als »Absplitterung« oder gar »schismatisch« bezeichnet wird (ich berufe mich hier auf einen Artikel der österreichischen katholischen Nachrichtenagentur kathpress).

Wir beim vielgeschmäen BDKJ stehen da doch nachdrücklicher hinter der katholischen Kirche und dem Konzil: Ecclesia semper reformanda.