Vielleicht hat der Heilige Geist noch was mit uns vor.
Autor: Felix Neumann
Totem und Tabu
Party-Klassiker Tabu. »Eine große Stadt. Und dann ist das noch was am Schiff.« – »Ankara?«
War aber dann doch Kiel.
Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Elite
Universitäten bieten interessante Veranstaltungen. Zum Beispiel eine »After-GaPo-Party«, bei der man durchaus auch als Nicht-Germanist erscheinen durfte – und das ist auch gut so, denn so habe ich mein Promotionsthema gefunden: eine Neubewertung der Gesprächspartner Sokrates‘ in platonischen Dialogen. Arbeitstitel ist »›Ja, ja‹ heißt ›Leck mich am Arsch‹ – Subversive Affirmation in Platons Dialogen Glaukon und Kratylos«
Re: ist hardcover immer gebunden?
Vielleicht hat ihr Mann ihr ein Reclambändchen hingehalten und gesagt: „Schau, Erna, das ist 35cm groß und hart!“. Seitdem eckt sie beim Einparken immer an und verkauft die Bücher falsch.
Ralf Muschall in de.rec.buecher
Kabala
Was mir erst heute aufgefallen ist – meine Matrikelnummer ist folgendermaßen aufgebaut:
100 000 n + 100 (n – 7)² + 2 n (n ist prim.)
Die dünne Patina der Zivilisiertheit
Audimax. Das KHG-Orchester gibt »Der gerettete Alberich« von Christopher Rouse und Mahlers vierte. Soweit, so zivilisiert. Mehr oder weniger gut gewandete Menschen, Musiker in schwarz – aber im Publikum ein etwas abgerissen aussehender Mann. Um den Kopf ein Tuch als Stirnband gewickelt, Kniebund-Wanderhosen, wilde Frisur, mitten auf dem Boden sitzend. Dann und wann turnt er auf den Tischen und Klappsitzen herum, albert mit einem kleinen Kind herum – alles reichlich ungelenk (ob durch Drogen oder Behinderung: ich weiß es nicht).
Jedenfalls – da er auch reichlich laut dabei ist – wird er gebeten, zu gehen. Aufruhr; er beklagt sich lauthals, rennt durchs Audimax, es kommt fast zu einer Schlägerei. Man weiß nicht, wem die eigenen Sympathien gehören: Dem offensichtlich nicht Zurechnungsfähigen, der nur deshalb vom Konzert entfernt werden soll, oder den Leuten, die ihn um des restlichen Publikums willen draußenhaben wollen.
Das Publikum indessen weiß nicht, wie es sich verhalten soll. Vereinzelt Lachen – aber die meisten haben wohl bemerkt, daß das nicht nur eine interessante Pausenattraktion ist, sondern (man verzeihe mir den Pathos) sehr grundlegend einiges hinterfragt. Sobald nur ein einziger sich nicht an die Konventionen hält, bricht unser schöner zivilisierter Elfenbeinturm zusammen – und mit einen Schlag sind wir wieder bei der Frage nach Legitimierbarkeit von Ethik. Da ergibt sich, daß Moral-Predigen leicht, Moral-Begründen schwer ist. (Schopenhauer, »Über den Willen in der Natur«)
Homer und Hesiod, encore
Marge: Aren’t you going to give him the Last Rites?
Rev. Lovejoy: That’s Catholic, Marge. You might as well ask me to do a Voodoo dance!
Was heißt und zu welchem Ende studiert man Philosophie?
Diese Frage können selbst Kommilitonen im fortgeschrittenen Semester maximal sokratisch mit um zu wissen, wie groß das eigene Nichtwissen ist beantworten. Manche Dialoge aber beantworten die Frage:
A: Ich habe am Wochenende fast ein Kind überfahren!
B: Du, ich schreibe gerade ein Referat über Peter Singer: Das ist gar nicht so schlimm.
Drunt im roten Nordkorea: Juche!
Ich gebe es ja zu: Ich denke schon seit Monaten über eine schicke Kurzhaarfrisur nach. Nicht mehr nur meine Irland-Photos sind gewichtige Argumente dagegen, auch Nordkorea liefert Argumente: Kurzes Haar entspreche sozialistischer Manier, lange Haare wiesen antisozialistische Anhänger der Bourgeoisie aus. Ergo: Mähne als Bürgerpflicht für ordoliberale Citoyens jetzt!
(Rousseau möge mir die Vermengung von Bourgeois und Citoyen verzeihen.)
Weisheiten des Klerus.
Die lateinische Sprache war auch nicht unbedingt nur deutsch.
(Domkapitular Möhrle auf die Kritik, der Anhörungsentwurf der Pastoralen Leitlinien enthalte zu viele Anglizismen.)