Schlechtes Kino: Im Fachschaftshaus eimerweise Blut in den Ausguß kippen, nach (Philosophen …) kinoreifem Sturz unter dubiosen und letzten Endes verschwiegenen Ursachen durch ein Fenster mit Notarzt und kaputten Arterien (u. a.) &cetera. Studieren erweitert den geistigen Horizont.
Autor: Felix Neumann
Pfarrers Kinder, Lehrers Vieh …
Sollte ich jemals Kinder haben, werde ich ihnen verbieten, in die Schule zu gehen. Grund: die Lehrer. Ich habe den großen Fehler gemacht, ein für’s EPG ausgeschriebene Seminar zu besuchen. »Typen ethischer Argumentation« – an sich durchaus interessant, wenn nicht die unsäglich qualifizierten künftigen Lehrer wären. Der Eskimo läßt seine Oma auf einer Eisscholle abtreiben (no pun intended)? – Wenn’s denn zu seiner Kultur gehört: soll er doch, und wenn wir den Eskimo an sich bitten, doch bitte das Lebensrecht seiner Oma zu bedenken: Kulturimperialismus. Lebensrecht erst ab Geburt? Unsere Lehrer in spe finden: natürlich; wenn man nämlich das Kind nicht sieht, kann es uns nicht sagen, daß es lieber nicht spätabgetrieben werden wolle.
Zaphod Beeblebrox läßt grüßen.
Wunschkonzert
Im Freiburger Priesterseminar hat man vom Balkon aus Zugang zum FR-WLAN. Das ist an sich nicht spektakulär, da aber der eine oder andere Seminarist diese bescheidenen Seiten hier liest, sei es auch einmal erwähnt.
Glück ist …
… wenn man lesend im Zug sitzt und nur einmal kurz aus dem Fenster sieht – und das Wort »Muffenrohr« entgegenscheint. Besser als alle Habseligkeiten!
Habemus Britannicam II.
Meine Britannica ist wieder da. Und mein Kindler. Und mein Wilpert und mein Hirschberger. Und außerdem habe ich einen Vorhang. Langsam läßt es sich hier leben.
Μέγα βιβλίον, μέγα κακόν
Die klassische Insel-Frage nach den drei Büchern ist an sich einfach zu beantworten: Als umfassend gebildeter Mensch sagt man schnell etwas wie Ulysses, Á la recherche de temps perdu und (für die ganz Avantgardistischen) Zettel’s Traum.
Spannend wird es, wenn man wirklich vor der Situation steht: Ich ziehe morgen aus dem geräumigen Speicher meines Elternhauses aus in ein Zimmer von 12 Quadratmetern. Was also mitnehmen? Nachdem ich mich für eine einzige Bücherkiste entschieden hatte, fielen Britannica, Brockhaus, LThK, Kindler, Fischers Weltgeschichte und meine Duden-Sammlung leider weg.
Was also braucht man wirklich? Meine Bücherkiste: Die Bibel, Gotteslob und Stundenbuch (wenn das hier so weiter geht, muß ich mich bald doch noch als Besitzer eines katholischen Blogs bezeichnen!), zwei Duden (die 20. und die 22. Auflage), Pfeifers Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Wilperts Lexikon der Weltliteratur – und zwei Bücher von Döblin, die auf meinem Lesestapel lagen. Wie man ohne Arno Schmidt, Thomas Mann, Bert Brecht und Kurt Tucholsky greifbar zu haben lebt: Demnächst mehr davon.
Heilge Kunst … ein katholisch Kreuz zu schlagen
Mit catholicismwow teile ich zwar nicht unbedingt den Grad der Orthodoxie, dafür aber zumindest ein Kreuz: Sommerlagerkinder. Zumindest im katholischen Kontext könnte der vom Bistum Limburg herausgegebene Kirchenknigge helfen. Daß man als Katholik mit »Grüß Gott« zu grüßen habe, glaube ich zwar nicht und werde solch bajuwarisches Kulturgut sicher nicht übernehmen – »mir Kerrlocher saare Jou!« (Spraddlsänger) –, ansonsten werde ich den Text sicher noch häufiger kopieren und verteilen. Das nächste Mal beim Gruppenleitergrundkurs.
Target marketing
Ich bin ein Apologet der Bahn. Wohlgemerkt: des Verkehrsmittels Bahn, nicht der Die Bahn. Daher lese ich öfter die im Zug ausliegenden wohlfeilen Magazine. Dieser Tage Mensch & Büro. Für diejenigen, die diese Publikation nicht kennen (ich verschrieb zunächst freudsch »nicht können«; gerade in diesem speziellen Fall ist aber »kennen« zweifelsfrei das Kausativum zu »nicht können«): der zeitschriftgewordene Geist neureicher Architekturphantasie, mit Rubriken wie »■RAUM Licht« [sic!] und dem Untertitel »Das Trendmagazin für den Lebensraum Büro«.
Nun sollte man denken, daß – nach zur Zeit vielbemühten Studien – die Schnittmenge aus der Zielgruppe eines solchen Machwerkes und Bahnfahrern überproportional viele Sympathisanten der Grünen (neuerdings auch Partei der besserverdienenden metrosexuellen Bürger) enthält.
Hand aufs Herz: sollte, lieber Chefredakteur mit der Sigel klü, man es dann nicht in Glossen (übrigens zur zwar zugegeben albernen, aber durchaus verständlichen Forderung, den Mehrwertsteuersatz für Currywurst zu heben) vermeiden, von grünen Grünkernbeißern und Sauerkrautsaft-Fans
zu schreiben?
Wanderer, kommst Du nach Spa…
Man kennt diese modernen Reisenden […] Ihr leichtes und bequemes Gepäck enthält Nahrungsmittel für einen Wolkenkratzer, Instrumente für ein Schlachtschiff und Waffen für eine Armee. Ein Buch darf es nicht enthalten. Ich wünschte, ich wäre so reich, daß ich einen Preis für vernünftiges Reisen ausschreiben könnte: zehntausend Pfund für denjenigen, der als erster die Reise Marco Polos unternimmt und dabei pro Woche drei Bücher liest, und noch einmal zehntausend Pfund, wenn er außerdem täglich eine Flasche Wein trinkt. — Robert Byron, »Der Weg nach Oxiana«
Pillkarner
Meine sehr sporadische Kolumne »Die schönsten Cocktailrezepte« wird endlich fortgesetzt mit einer mir als Vegetarier leider nicht zugänglichen Tequilla-Variante: Pillkarner. Florian Ritter beschreibt die Prozedur wie immer unnachahmlich in desd:
Da kannßu Pillkaller bestellen, benannt nach Pillkallen i. Pr.: eine Scheibe grobe Leberwurst mit Mostrich auf einem gefüllten Glase Kurn; erst Leberwurst neischieben, während des Mampfens den Fnapth einnehmen, feddich