Die lateinische Sprache war auch nicht unbedingt nur deutsch.
(Domkapitular Möhrle auf die Kritik, der Anhörungsentwurf der Pastoralen Leitlinien enthalte zu viele Anglizismen.)
Die lateinische Sprache war auch nicht unbedingt nur deutsch.
(Domkapitular Möhrle auf die Kritik, der Anhörungsentwurf der Pastoralen Leitlinien enthalte zu viele Anglizismen.)
Es geht nicht darum, daß du einen Apfel ißt, sondern daß du alle Äpfel von allen Bäumen auf der Welt ißt. Hans Jonas ist nicht prinzipiell gegen das Apfelessen.
Soweit das heutige Referat in eben jenem EPG-Seminar. Ganz neue Dimensionen des Jonasschen Diktums In dubio pro malo.
Gestern abend, Karlsruhe, Südstadt. Drei etwa Zwölfjährige ziehen von Haus zu Haus. Auch ich (diesmal wohlhabend aussehend wg. blauem Wollmantel und mit Visakarte bezahlter Fahrkarte – aber das ist eine andere Geschichte) werde angesprochen: »Möchten Sie für die Kinder in Asien spenden?« Abschätzig mustere ich die Jugend mit mutmaßlichem Migrationshintergrund: »Wenn ich mir euch so anschaue, landet das doch höchstens in Vorderasien …«
Schöne Geschichte, aber leider ab abschätzig erfunden.
Auch dreist, aber weniger kriminell: die Hilfe von OpenOffice.
Je nachdem wie lieb [der Autor einer Datei, fn] Ihnen ist, können Sie ihn nun bitten, das noch einmal zu machen, aber diesmal richtig und mit OpenOffice.org, oder Sie können selbst seine abgelieferte Kopie des Dokuments mit Ihrem Originaldokument vergleichen.
Wenn man auf einer wilden, dennoch aber nicht sonderlich goutierten Silvesterveranstaltung ist, bei der der hübsche Parkettboden systematisch zerlegt wird, deren Gastgeber aussieht wie David Hasselhoff in den 80ern und blond, wo es ein ausgewiesenes »Fickzimmer« (sic!) gibt, und bei der einzigen netten Unterhaltung (die vom Nutzen – tatsächlich! – einer humanistischen Schulbildung handelt) die Gesprächspartnerin sich als Studentin des Lehramtes für Sport erweist – ist das noch Ironie des Schicksals oder west hier schon der Weltgeist?
Pimkie wirbt in Karlsruhe mit folgendem Versprechen:
Bei uns kannst Du aktuell mit Deutsche Mark bezahlen!
Wie war das da bei Dada?
Kaum ist man drei Wochen nicht in der alten Heimat, ist alles anders. Nicht nur, daß die ständige Vertretung des Kienholzclubs bei der KiKaGe plötzlich gelb (quittegeel) gestrichen, dafür aber die Post geschlossen ist, nein: wir haben auch schicke neue 425er zwischen Karlsruhe und Mannheim. Mit Ansage. Automatisch. Ein Graus. Mannheim—Waghäusel ist, zugegeben, schwierig. Aber bis auf die korrekte Anfangsbetonung von Waghäusel läuft alles falsch: Neckarau mit Nebenbetonung und Glottisschlag, und, ganz verheerend, Neu-Lúßheim statt Neúlußheim.
In der Straßenbahn. Einige etwa fünfzehnjährige Mädchen – ich will weder rassistisch scheinen noch Integration verhindern, doch mir schien: Hauptschule mit Migrationhintergrund – machen sich über einen etwa 18jährigen (irgendwo zwischen BVJ und Sozialhilfe) lustig. Er offensichtlich überfordert. Endlich: ein Lichtblick. Triumphierend kneift er die Augen zusammen. »Ey ihr Schlitzpisser: Wenn ihr nicht bald Ruhe gebt, gibt’s mit meiner Fleischpeitsche! – und ich war entsetzt, als ich im Freiburger Stadttheater das Lied von der, Zitat, kleinen Nymphomanin kennenlernte.
Zu Maria Immaculata war ich im Antiquariat Nonnenmacher und habe mich gleich in die Thomas-Mann-Tagebücher in 10 Bänden gebunden im Schuber verliebt. Nur war leider der Chef nicht da, also vertröstet man mich des Preises wegen auf morgen, also heute. Heute war ich wieder da.
Hallo. Ich komme wegen den Mann-Tagebüchern. – Meinen Sie die mit den Labyrinthen?
Ich konnte den werten Händler dann doch noch überzeugen, daß ich keine Mandalabücher will – was denken diese Leute von mir? Sehe ich aus, als studierte ich SozPäd? – und habe nun für 60 Euro sämtliche Tagebücher Thomas Manns. O fortuna!
Schlechtes Kino: Im Fachschaftshaus eimerweise Blut in den Ausguß kippen, nach (Philosophen …) kinoreifem Sturz unter dubiosen und letzten Endes verschwiegenen Ursachen durch ein Fenster mit Notarzt und kaputten Arterien (u. a.) &cetera. Studieren erweitert den geistigen Horizont.
Sollte ich jemals Kinder haben, werde ich ihnen verbieten, in die Schule zu gehen. Grund: die Lehrer. Ich habe den großen Fehler gemacht, ein für’s EPG ausgeschriebene Seminar zu besuchen. »Typen ethischer Argumentation« – an sich durchaus interessant, wenn nicht die unsäglich qualifizierten künftigen Lehrer wären. Der Eskimo läßt seine Oma auf einer Eisscholle abtreiben (no pun intended)? – Wenn’s denn zu seiner Kultur gehört: soll er doch, und wenn wir den Eskimo an sich bitten, doch bitte das Lebensrecht seiner Oma zu bedenken: Kulturimperialismus. Lebensrecht erst ab Geburt? Unsere Lehrer in spe finden: natürlich; wenn man nämlich das Kind nicht sieht, kann es uns nicht sagen, daß es lieber nicht spätabgetrieben werden wolle.
Zaphod Beeblebrox läßt grüßen.