Philosophie-Vorlesung. Man referiert über Demokrit und seinen νοῦς-Begriff. Prof. Hoenen ist Holländer und hat daher ein ganz spezielles Verhältnis zu Vokallängen. Folgerichtig steht in der Mitschrift meiner Vorderfrau auch als Überschrift »Demokrit und die Nuß«.
Kategorie: Leben
Kritik des reinen Silbersees
Kant ist der Karl May der Philosophie.
(meint Prof. Hoenen)
Der Arbeit Frongewalt
5,2 Millionen Arbeitslose – und mein allsommerlicher Arbeitgeber ruft genau mich aus den wohl verdienten (drück das mal aus, BRaZ!) Semesterferien. Das spricht zwar für meine (man verzeihe das Bescheidenheitsdefizit) Qualität, aber das soll hier weniger Thema sein. Schön dagegen ist es, nach all dem Philosophenhumor wieder Informatiker um sich zu haben.
Man findet mehrere seltsame, kreirunde Flecke an der Küchenwand – anscheinend Wasser, nur leider verläuft dort keinerlei Leitung. Logischer Schluß: Unsere Küche ist mehrdimensional gefaltet, wahrscheinlich weil sich auf unserem Dachboden ein für die Raumkrümmung verantwortliches Schwarzes Loch befindet, so daß die eigentlich (öde dreidimensional) weit entfernte Wasserleitung eben dort oben lecken kann.
Zitat des Wochenendes
Vielleicht hat der Heilige Geist noch was mit uns vor.
Totem und Tabu
Party-Klassiker Tabu. »Eine große Stadt. Und dann ist das noch was am Schiff.« – »Ankara?«
War aber dann doch Kiel.
Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Elite
Universitäten bieten interessante Veranstaltungen. Zum Beispiel eine »After-GaPo-Party«, bei der man durchaus auch als Nicht-Germanist erscheinen durfte – und das ist auch gut so, denn so habe ich mein Promotionsthema gefunden: eine Neubewertung der Gesprächspartner Sokrates‘ in platonischen Dialogen. Arbeitstitel ist »›Ja, ja‹ heißt ›Leck mich am Arsch‹ – Subversive Affirmation in Platons Dialogen Glaukon und Kratylos«
Re: ist hardcover immer gebunden?
Vielleicht hat ihr Mann ihr ein Reclambändchen hingehalten und gesagt: „Schau, Erna, das ist 35cm groß und hart!“. Seitdem eckt sie beim Einparken immer an und verkauft die Bücher falsch.
Ralf Muschall in de.rec.buecher
Kabala
Was mir erst heute aufgefallen ist – meine Matrikelnummer ist folgendermaßen aufgebaut:
100 000 n + 100 (n – 7)² + 2 n (n ist prim.)
Die dünne Patina der Zivilisiertheit
Audimax. Das KHG-Orchester gibt »Der gerettete Alberich« von Christopher Rouse und Mahlers vierte. Soweit, so zivilisiert. Mehr oder weniger gut gewandete Menschen, Musiker in schwarz – aber im Publikum ein etwas abgerissen aussehender Mann. Um den Kopf ein Tuch als Stirnband gewickelt, Kniebund-Wanderhosen, wilde Frisur, mitten auf dem Boden sitzend. Dann und wann turnt er auf den Tischen und Klappsitzen herum, albert mit einem kleinen Kind herum – alles reichlich ungelenk (ob durch Drogen oder Behinderung: ich weiß es nicht).
Jedenfalls – da er auch reichlich laut dabei ist – wird er gebeten, zu gehen. Aufruhr; er beklagt sich lauthals, rennt durchs Audimax, es kommt fast zu einer Schlägerei. Man weiß nicht, wem die eigenen Sympathien gehören: Dem offensichtlich nicht Zurechnungsfähigen, der nur deshalb vom Konzert entfernt werden soll, oder den Leuten, die ihn um des restlichen Publikums willen draußenhaben wollen.
Das Publikum indessen weiß nicht, wie es sich verhalten soll. Vereinzelt Lachen – aber die meisten haben wohl bemerkt, daß das nicht nur eine interessante Pausenattraktion ist, sondern (man verzeihe mir den Pathos) sehr grundlegend einiges hinterfragt. Sobald nur ein einziger sich nicht an die Konventionen hält, bricht unser schöner zivilisierter Elfenbeinturm zusammen – und mit einen Schlag sind wir wieder bei der Frage nach Legitimierbarkeit von Ethik. Da ergibt sich, daß Moral-Predigen leicht, Moral-Begründen schwer ist. (Schopenhauer, »Über den Willen in der Natur«)
Was heißt und zu welchem Ende studiert man Philosophie?
Diese Frage können selbst Kommilitonen im fortgeschrittenen Semester maximal sokratisch mit um zu wissen, wie groß das eigene Nichtwissen ist beantworten. Manche Dialoge aber beantworten die Frage:
A: Ich habe am Wochenende fast ein Kind überfahren!
B: Du, ich schreibe gerade ein Referat über Peter Singer: Das ist gar nicht so schlimm.