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Ein Gebet um Humor kann sich in der Öffentlichkeit der Kirche augenscheinlich nur halten auf die Fürsprache eines großen Heiligen hin. Es ist aber sicherlich auch bezeichnend, daß sich ein solches Gebet gerade unter den Schutz dieses Heiligen gestellt hat. Er dürfte es mit Humor tragen.
(Quelle)

Meine Recherchen zum Thomas Morus zugeschriebenen Gebet »Um Humor« sind abgeschlossen:
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Wo dein sanfter Flügel weilt …

aug ist ein steter Quell der Freude. Rick Stoll äußerte sich dort zum heutigen großen Tag für die EU:

Deutscher ist eine sehr homosexuelle Sprache, die von den hirnlosen Barbaren mit den sehr kleinen Penissen verursacht wird. Nur Idioten mögen dieses Übel und stinkende Sprache. Wirkliche Männer sprechen Englisch.

Dafür trinken wir nach dem Onanieren kein kaltes Wasser.

Zivildienst bildet, Teil 2

Halbwegs pünktlich zur neuen Soldstufe wieder meine Leseliste.

Erasmus von Rotterdam, »Lob der Torheit«; Kate Atkinson, »Nicht das Ende der Welt«; Jamie O’Neill, »Im Meer, zwei Jungen«; Per Højholt, »Auricula«; Marie-Luise Scherer, »Der Akkordeonspieler«; Bert Brecht, »Leben des Galilei«, »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, »Die heilige Johanna der Schlachthöfe«, »Schweyk im zweiten Weltkrieg«, »Die Gewehre der Frau Carrar«, »Furcht und Elend des Dritten Reiches«; Heinrich Böll, Romane und Erzählungen 1947–1951; Walter und Inge Jens, »Frau Thomas Mann«; Thomas Mann, »Joseph und seine Brüder«; Michael Graff, »Glauben ohne Fremdwörter«; Heiner Geißler, »Was würde Jesus heute sagen?«; Karl Popper, »Die offene Gesellschaft und ihre Feinde«, Søren Kierkegaard, »Geheime Papiere«

Im Frauenbuchladen war ich immer noch nicht.

Kinder, Kinder

Ich habe es ja schon mal erwähnt: Ich lese aug.

Dort wurde dieser Tage etwas Interessantes festgestellt:

In GB, some things are Royal, because they once belonged to or were done by the monarch, or now have her/him as Patron. Others are National because they cover the entire country.

[…]

I leave it as an exercise for the student to speculate why we have a Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals, but a National Society for the Prevention of Cruelty to Children.

Parallele Deutschland: Gründung des Kinderschutzbundes 1953, Gründung des Tierschutzbundes 1883. (Bei den Briten in der gleichen Reihenfolge: Tiere 1824 und Kinder 1884.)

Das Wort vom Kreuz ist kein Ponyhof

Τετέλεσται: Ich habe den Film gesehen. catholicismwow.de hat völlig recht: wer kann es sich erlauben, einen Film nicht gesehen zu haben, vor dem einhellig durch die katholische Bischofskonferenz, der EKD und dem Zentralrat der Juden in Deutschland gewarnt wird?

Am Wochenende auf der Diözesanratsvollversammlung war Domkapitular Sauers Stellungnahme heißes Thema: Wie kann er nur den Film loben? Mittlerweile weiß ich: mit recht. Ja, The Passion ist stellenweise übelstes Splatter-Kino (zum Beispiel, wenn nach dem Lanzenstich in Jesu Seite Springfluten aus ebender hervorbrechen), das mir fast schon ins Lächerliche überzeichnet schien – aber τὸ σκάνδαλον τοῦ σταυροῦ ist eben brutal. Die Intention des Filmes ist auch eindeutig nicht, Jesulein-mein-Herz-ist-klein – The motion picture zu drehen, sondern das Gottesknechtslied Jesajas, einen Kreuzweg zu verfilmen. Und wenn »Kreuzweg« gleich »problematische Verkürzung« ist, frage ich mich, ob dann in jeder Kirche problematische Verkürzungen zu finden sind und sogar ich regelmäßig problematisch verkürze.

Das dann gleich als filmische Meditation zu feiern, wie Sauer es tut, halte ich für übertrieben. Durch die Art der Gewaltdarstellung, durch die allzu hollywoodesque (und dazuerfundene) Figur des Satans (eine Idee, die interessanterweise von Sauer nur wegen der möglichen Verbindung zu Mysterienspielen gleich als besondere theologische Tiefe geadelt wird) und vor allem allgemein durch die doch deutlich dem B-Film-Genre entlehnte Bildsprache disqualifiziert sich The Passion in meinen Augen als anspruchsvolles Filmkunstwerk. Anspruch definiert sich auch nicht über Unverständlichkeit, wie Sauer zu meinen scheint, wenn er die – stellenweise historisch durchaus fragwürdige – aramäische und lateinische Sprache (Latinum lohnt sich wieder: die Geißelung ist nicht untertitelt, dafür ist das hier gesprochene Latein recht verständlich) erwähnt.

Aber.

Aber da gibt es Überraschendes: Am plakativsten ist eine der Rückblenden, in der Jesus mit Maria herumalbert – das paßt eigentlich nicht zur (sicherlich größtenteils gerechtfertigten) Kritik an Gibsons Theologie. (Nicht nur hier zeigt Gibson Humor: Maria Mariaque zitieren bei ihrem ersten Auftritt den Beginn der jüdischen Pessachliturgie.) Subtiler – und daher interessanter und gehaltvoller – sind die Frauenfiguren: der stille Protest der Frau von Pontius Pilatus, und vor allem: die beiden Mariä! Die Folterszenen (die übrigens gleich noch zeigen, daß der Film wenn überhaupt anti-, dann maximal antirömisch ist) mögen abgeschmackt sein – Mariä Mienenspiel (gerade noch konnte ich mir den unpassenden Kalauer »Mariä Gsichtstreß« verkneifen) ist es nicht. Zu den eindrücklichsten und besten Szenen gehört das stille Entsetzen, mit dem die beiden Jesu Blut mit Tüchern aufsammeln. Schließlich, am Schluß: die Pietà.

Wirklich schmerzhaft ist auch nur der Schmerz, der sich in den Reaktionen der Frauen spiegelt; die schmerzhafteste – und mit beste – Szene ist aber Simon von Kyrene vorbehalten: Ein kurzes Aufatmen auf dem Kreuzweg; Jesus scheint verschnaufen zu können. Ein Augenblick Ruhe – der brutal von den Römern auseinandergegeißelt wird.

Fazit: Die Passion Christi ist ein mittelmäßiger Jesusfilm – aber ein brillanter Marienfilm.

(Aber auch: Wer Life of Brian kennt, wird viele liebgewonnene Details wiedererkennen. Wer hat den Stein geworfen?)

Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi

Heute habe ich interessanten Spam bekommen: unter dem Titel The book that inspired Mel Gibson to film „The Passion of the Christ“ wurde Werbung gemacht für – richtig: The Dolorous Passion of Our Lord Jesus Christ von Anne Catherine Emmerich.

Der Film mag die Passionsgeschichte auf einen blutigen Fleischklops namens Jesus (taz) verkürzen, aber immerhin führt er so über Umwege nicht nur zum Evangelium, sondern auch zu Clemens Brentano – und das ist ja schon mal was wert. (Auch wenn die Romantiker und deutschen Idealisten politisch wie philosophisch sehr zweifelhaft waren – Stil hatten sie.)

Interessant finde ich auch die Reaktion der konservativen katholischen Blogszene (exemplarisch sei Credo ut intelligam genannt), die ansonsten wortreich jeden Linksabweichler von der Una sancta geißelt, für Mel Gibson aber fast nur Lob übrig hat, und das obwohl seine »Holy Family« das Zweite Vaticanum nicht anerkennt, dafür von der zuständigen Bischofskonferenz nicht anerkannt wird und von Theologen durchaus schon mal als »Absplitterung« oder gar »schismatisch« bezeichnet wird (ich berufe mich hier auf einen Artikel der österreichischen katholischen Nachrichtenagentur kathpress).

Wir beim vielgeschmäen BDKJ stehen da doch nachdrücklicher hinter der katholischen Kirche und dem Konzil: Ecclesia semper reformanda.

Sapere aude!

Kant-RebusErnsthaftes wurde und wird zu diesem Thema genug geschrieben. Unernstes leider nicht ganz so viel. Deshalb beteilige ich mich an der zweiten Kategorie mit einem kleinen Bilderrätsel.

Lösungsvorschläge nehme ich gerne per Bernkraftpost unter kritik-der-reinen-vernunft@thalion.inka.de entgegen. Als Preis gibt es einen Schlüsselanhänger zum Thema zu gewinnen. (Das Rebus sollte für Menschen, die ihre Unmündigkeit nicht selbst verschuldet haben, durchaus zu lösen sein.)

Kino und Kanon

Gestern abend nach dem sehr zu empfehlenden Film »Lost in Translation« ging’s, wie so oft, noch ins ebenfalls sehr zu empfehlende »Königin von Saba«, um die aktuelle Bildungsmisere zu bejammern. Thema unter anderem: Welche drei Texte sollte jeder gelesen haben? Meine Antwort:

  1. Epikur, »Brief an Menoikeus«
  2. Immanuel Kant, »Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?«
  3. Heinrich Böll, »Brief an einen jungen Katholiken«

Die Schauburg hat übrigens die verdienstvolle Einrichtung der »14-Tickets-Regel«, die nicht nur ab und an zu einer Freikarte führt, sondern durchaus auch der Gedächtnisstütze über das vergangene (Kino-)Jahr dient:

Die Unbarmherzigen Schwestern, Casablanca, Good Bye, Lenin, Berlin Babylon, Frida, Metropolis, La Strada, City of God, Lichter, Das Gesetz der Begierde, Herr Lehmann, Sonnenallee, Kill Bill Vol. 1, Dogville, Die Träumer, Lost in Translation, Kalendergirls.

Was ich in der Kinemathek, dem Cinema Quadrat und anderen Kinos gesehen habe, läßt sich nicht so einfach rekonstruieren:

Matrix I, Matrix II, Herr der Ringe I–III, Seom, Ich kenn‘ keinen, Best of shorts (Lesbisch-Schwule Filmtage Karlsruhe), Findet Nemo, Das Fliegende Klassenzimmer, Ten.