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Netzplatz im Weltnetz

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Natürlich auf der Höhe der Zeit?

22. Februar 2014 · Kirche

Titelblatt der Ratio Studiorum von 1599

Die jesuitische Ratio Studiorum von 1599. (Gemeinfrei.)

Thomas Reese SJ hat im National Catholic Reporter einen differenzierten, wertschätzend-kritischen Blick auf das Erbe von Papst Benedikt geworfen. Kritisch ist er im Blick auf die sehr griechische Seite Joseph Ratzingers: Seine deduktive Methode, die von einem Wahren und Guten ausgeht und zwingend eins aus dem anderen folgert, und die zu seiner klaren Kante als Präfekt der Glaubenskongregation geführt hat. (Ich nenne diese Eigenart der ratzingerschen Theologie »griechisch« mit Blick auf Johann Baptist Metz’ Gegensatz von Athen und Jerusalem, mit dem Blick der griechischen Philosophie auf das zeitlose Wahre im Gegensatz zur jüdischen memoria passionis.)
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Standardformat #1: Neuer Podcast aus Freiburg

13. Dezember 2013 · Leben

Standardformat

Thibaud und nalle in meiner Küche

Nachdem die erste Kontaktaufnahme etwas schwierig war, hatte ich am Mittwoch nalle und Thibaud bei mir in der Küche zu Gast für die erste Ausgabe von Standardformat, dem neuen Podcast aus Freiburg. Wir haben eine Weile über viele Dinge geredet, die ich so mache und für die ich stehe – von Netzpolitik über Kirche zu Erdmännchen und Frittieren.

Mir hat’s viel Spaß gemacht, und ich hoffe, daß das Format ein Erfolg wird: Standardformat ist zwar tatsächlich Standardformat (»Zwei Moderatoren und ein Gast, der im Fokus einer Episode steht«), ich habe aber das Gefühl, daß das ein sehr guter Podcast wird: Die beiden Moderatoren haben im Vorfeld einiges recherchiert (ich war selbst überrascht, was ich so alles über mich im Netz stehen habe), ein klares Konzept und eine klare Gesprächsführung (also doch etwas anders als das Standardformat) – man merkt, daß da auch klassische journalistische Ausbildung dahintersteckt. Außerdem sind Thibaud und nalle sehr gute Gäste, sie bringen Nerd-Getränke, Gastgeschenke und fast alle benötigte Technik mit. Inhaltlich soll es bei Standardformat um Freiburg gehen – interessante Leute und Institutionen im Standard-Podcast-Format vorgestellt.

Ich freue mich auf die nächsten Ausgaben Standardformat!

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Endlich Ubernaut!

9. Dezember 2013 · Leben

Logo Uberspace

(alle Rechte bei Uberspace)

Am Wochenende bin ich mit fxneumann.de komplett auf Uberspace.de umgezogen, nachdem dort bisher nur ein paar selbstgehostete Sachen für den Eigenbedarf waren. (Mittlerweile müßte sich der DNS-Eintrag rumgesprochen haben und damit wieder alles erreichbar sein.) Uberspace ist ein großartiger Host-Provider: Es geht so gut wie alles, solange 10 GB Speicher und 100 GB Traffic im Monat reichen, zum selbst festgelegten Preis ab 1 Euro pro Monat und Uberspace. Der Umzug selbst ist eine kleine und uninteressante Meldung in eigener Sache. Darüber hinaus finde ich das Konzept von Uberspace interessant, weil es Web-Hosting mit einem sehr zeitgemäßen und klugen Ansatz betreibt: Hervorragende Kommunikation und angemessener Umgang mit Knappheit.
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Bitte melden, Chris!

3. Dezember 2013 · Nebenbei

Für alle, die nicht Chris heißen und mir keine E-Mail mit einer Einladung zu einem Podcast geschrieben haben, habe ich nur ein Bild eines sehr niedlichen Igels:

Gendo the Hedgehog (CC BY 2.0 Tiffany Bailey, xshamethestrongx)

Gendo the Hedgehog (CC BY 2.0 Tiffany Bailey, xshamethestrongx)

Chris dagegen möge mich nochmal anschreiben, ich komme gerne, aber Deine E-Mail bounct.

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Waffenhandel

29. November 2013 · Politik

Aktion AufschreiSchon vor zwei Wochen habe ich für das Konradsblatt einen Namensbeitrag zum Thema Waffenhandel geschrieben; nicht unbedingt meine Kernkompetenz, da wir als Diözesanrat Freiburg da aber engagiert sind im Rahmen der Aktion Aufschrei, wurde ich gefragt.
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Von Automatik zu Autonomie

27. November 2013 · Feuilleton

De Anima, Titelblatt einer Inkunabel aus dem 15. Jahrhundert

De anima (CC by 2.0, Penn Provenance Project)

Zu den heftigeren Debatten meines Philosophiestudiums gehörte die im De-anima-Seminar von Professor Figal über die Frage, ob es künstliches Leben geben könne. Heftig vor allem deshalb, weil schon die Prämisse der Frage nicht zu vermitteln war: Wenn für Aristoteles Leben über die Seele bestimmt ist, und die grundlegende Funktion der vegetativen Seele Ernährung und Fortpflanzung ist, Leben also auf die Erhaltung der Art zielt – läßt sich dann eine (natürlich künstliche) Maschine bauen, die diese äußeren Merkmale nachahmt – also etwa selbst-replizierende Roboter –, die dann tatsächlich lebt? Warum das laut meinem Professor nicht der Fall sein soll, habe ich nicht verstanden, zumal von einem Phänomenologen: Wenn es sich in den relevanten Merkmalen wie Lebendiges verhält, was unterscheidet es dann von Lebendigem? Die alte Aristoteles-Debatte: Ist sein Lebensbegriff materialistisch-funktionalistisch oder vitalistisch? Ist das Lebensprinzip, das Aristoteles Seele nennt, eine eigene und spezielle Lebenskraft (das ist der Vitalismus), oder ist es eine phänomenologische Beschreibung davon, wie sich etwas zeigt, das lebendig genannt wird?

An diese Debatte aus meinen Studienzeiten hat mich gestern ein Tweet von Christoph Kappes erinnert, der sich dann doch nicht auf den Artikel zur Ethik autonomer Systeme bezogen hat:

(Wobei ich anderer Meinung bin: Ethik gilt für Lebewesen, Automaten “handeln” nicht, “Handeln”=>Menschen.)

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KjGay: LGBTI-Perspektiven zum Vatikan-Fragebogen

26. November 2013 · Kirche

Heute hat die KjGay, das LesBiSchwule Netzwerk der Katholischen jungen Gemeinde (mein Heimat-Jugendverband) eine Stellungnahme zur Umfrage des Vatikans zur Planung der Familiensynode veröffentlicht: Familienpastoral für alle Familien. (Disclosure: Bei der Ideensammlung und durch Kommentare am Entwurfstext war ich auch beteiligt.)

Ich finde den Text sehr gelungen, weil hier sehr deutlich, unaufgeregt und ohne viel Diplomatie Katholik_innen sehr diverser sexueller Identitäten und Orientierungen etwas dazu sagen, wie sie in der Kirche leben und Kirche sind: »Wir möchten Teil einer Gesellschaft und einer Kirche sein, in der individuelle Lebensentwürfe gelebt werden können und Menschen nicht durch ihre gelebte Liebe in Konflikte mit der kirchlichen Morallehre gebracht werden.« Das Papier macht deutlich, daß es um Liebe und Verantwortung geht – und nicht um Politik. (Auch wenn es für die Anerkennung dieser Liebe und Verantwortung leider eine gut organisierte Lobby braucht.) Nur angedeutet wird, daß die Prinzipien der katholischen Soziallehre von Personalität, Solidarität und Subsidiarität durchaus eine Sexualmoral stützen können, deren Prinzipien safe, sane, consensual sind.

Unten noch einige Ausschnitte.
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Ethik autonomer Systeme

25. November 2013 · Feuilleton

Robot Car (CC BY 2.0, Smoobs)

Robot Car (CC BY 2.0, Smoobs)

Einer der großen (Sponsoren-)Vorträge auf der vergangenen Re:publica war der von Dieter Zetsche, der viel über die Pläne von Mercedes zur Entwicklung selbstfahrender Autos erzählt hat – mit einer Lücke, die nicht überraschend ist, wenn ein Ingenieur solche PR betreibt: Welche ethischen Kalküle liegen der Steuersoftware selbstfahrender Autos zu Grunde? An diese Frage erinnerte mich wieder ein Artikel bei Heise zur Konferenz »Omnipräsenz ­ Leben und Handeln in der vernetzten Welt«.
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Rad- und Rechtsbruch. Versuch über ein Rotvergehen

23. November 2013 · Politik

Rote Ampel, Godesberger Bahnhof

Rote Ampel, Godesberger Bahnhof

Beim Warten auf diese rote Ampel geriet ich ins Sinnieren über Rechtsphilosophie.
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Nochmal Realpolitik

21. November 2013 · Politik

Mit dem Thema Realpolitik habe ich mich in den letzten Wochen in einigen Bereichen beschäftigt, auch hier im Blog – in ganz anderem Kontext, nämlich im Migrazine mit dem Titelthema Critical Whiteness habe ich dazu dieses schöne Zitat gefunden zu Realpolitik und Bündnisfähigkeit:

Ich habe viele linke Aktivist_innen erlebt, die einfach nicht in der Lage sind, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die nicht exakt ihre politischen Positionen teilen – sie erkennen nicht, wie ihre eigene ansozialisierte Verortung (inklusive race) ihre politische Position von Vornherein formt.

Außerdem scheinen viele Linke enttäuscht zu sein, wenn sich andere Gemeinschaften nicht der Radikalität ihrer Positionen anpassen. Sie sehen nicht, dass sie als privilegierte Menschen oft nicht um das Gewinnen kämpfen müssen, da sie es sich leisten können zu verlieren. Es mag einfacher sein, Strategien für allmähliche konkrete Veränderungen in der Realpolitik als “reformistisch” zu bezeichnen, wenn dein Überleben nicht von Veränderungen von Politik und Gesetzen abhängt, und du mit radikalen Positionen weniger riskierst als Menschen of color. All dies macht es schwieriger, Beziehungen aufzubauen, und Weiße bleiben isoliert in ihren Gemeinschaften.

Gilt natürlich nicht nur für Linke, und gilt besonders für Netzpolitik.

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